Montag, 28. Juli 2008

Hitzeschlacht beim Bergpokal

Hauptfeld Bergpolkal

Das Männerfeld angeführt vom späteren Sieger Fabian Pohl, kurz
vor dessen entscheidenden Attacke am Falkenberg

Am vergangenen Samstag stand mit dem Bergpokal eines der wichtigsten Rennen der Barnim-Cup-Serie an. Nicht nur, dass es eines der schwereren Rennen vom Profil her ist, auch die Sonne steht zum Bergpokal seit Jahren fast immer hoch am Horizont und brennt gnadenlos auf die Radrennfahrer hinab. So auch in diesem Jahr wieder und so führte der Weg zum Bergpokaltitel nicht nur über einige Erhebungen, sondern auch über die sengende Hitze des wichtigsten Himmelskörpers. Mit 37 Startern war das Trainings-rennen gut besucht. Bereits zum Start um 10 Uhr stand das Thermometer auf mehr als 25 Grad. Auf dem Hinweg waren der Oderberg, der Struwenberg sowie der Cöthener-Berg zu bezwingen, der Rückweg führte über eine eingebaute Schleife für die Männer noch vier mal über den Falkenberg. Die Senioren mussten die Extraschleife zwei mal bewältigen, bevor sie die Strecke wieder zum Start und Ziel führte, wo am Ortseingangs-schild von Eberswalde eine letzte Wende zu fahren war, bevor der Sieg am Oderberg ausgefahren werden konnte.

Im Seniorenfeld wurde gleich nach dem Start attackiert, wobei sich letztendlich Uwe Rosenkranz (RSV Werner Otto) vorläufig vom Feld absetzen konnte. Doch die Konkurrenz verlor ihn nie aus den Augen. Am Struwenberg machten die bis dahin noch kompletten Verfolger ernst. Es wurde am Horn gezogen bis die ersten Fahrer hinten Probleme bekamen. So kämpfte sich Torsten Strenge und Michaela Barz (beide Motor Eberswalde) zwar nach dem Berg noch einmal in die Gruppe zurück, um dann, wenige Kilometer später, doch entgültig abzufallen. Weitere Fahrer konnten dem hohen Tempo am folgenden Cöthener-Berg nicht parieren und so teilte sich das Seniorenfeld in zwei Gruppen. Der Ausreißer Rosenkranz wurde zwar erst hinterm Berg eingeholt, konnte aber dem hohen Tempo der Spitze nicht folgen und fand sich wenig später bei den Verfolgern wieder. Die Konstellation der Gruppen blieb auch über den weiteren Rennverlauf erhalten, nur eine heruntergelassene Schranke am Bahnübergang Niederfinow führte beide Seniorengruppen auf dem Rückweg wieder zusammen. Leider fand niemand im Eifer des Gefechts das richtige Rezept, welches in diesem Fall nur heißen hätte dürfen: Erste Gruppe fährt mit gemessenem Zeitabstand vor der zweiten Gruppe los. So fuhren die eigentlich längst enteilten und uneinholbaren Spitzenfahrer mit den Verfolgern Richtung Ziel, wobei Letztere somit leider den Ausgang des Seniorenrennens verfälschten. Am Ende wurden die Fahrer der Spitzengruppe dem Zieleinlauf nach auf die ersten Plätze gesetzt, dazwischen befindliche Fahrer aus der einstigen Verfolgergruppe wurden ebenfalls nach der Reihenfolge des Zielsprints auf die nachfolgenden Platzierungen eingereiht. So wurde man am Ende wenigstens ein wenig der Arbeit der Spitzenfahrer gerecht, auch wenn der Rennverlauf natürlich nicht mehr der gleiche war und nicht klar ist, ob der Zieleinlauf unter regulären Bedingungen genauso ausgesehen hätte. Sieger wurde Wegner (RV Iduna) vor Butschak (SV Dassow 24) und Winselmann (Weltraumjogger Berlin).

Winselmann vor Wegner Bergpokal

Spitze der Senioren: Winselmann vor Wegner (Foto: M. Rossa)

Wir möchten uns hiermit noch einmal bei den Teilnehmern im Seniorenrennen für diesen Fehler entschuldigen, dies gilt natürlich insbesondere für die Fahrer der Spitzengruppe, müssen aber auch anmerken, dass in beiden Gruppen gestandene Rennfahrer saßen, denen man in solch einem Fall eine richtige und klare selbständig getroffene Entscheidung zumuten hätte können.

Bei den Männern gab es zum Glück keine Probleme mit heruntergelassenen Schranken. Ähnlich dem Seniorenrennen, setzte sich auch bei den Männern ein Fahrer ab. Die Attacke von Erik Süß (Motor Eberswalde) am Struwenberg wollte jedoch noch keiner der Favoriten mitgehen, so dass Erik viele Kilometer alleine im Wind stand, ohne dass eine Gruppe zu ihm aufschloss. In Torgelow kam dann das geschlossene Männerfeld wieder auf und blieb bis zur vier mal zu fahrenden Schleife zusammen. Bei der ersten Überfahrt des Falkenbergs machte der von Start an gesetzte Sieganwärter Fabian Pohl (Team Stadler) ernst, nur der Juniorenfahrer Max Walsleben konnte dem harten Antritt vorübergehend parieren. Doch auch er verlor irgendwann den Anschluss an Pohl. Die sengende Hitze (mittlerweile zeigte das Thermometer mehr als 30 Grad an) und der Falkenberg machte dem Feld zu schaffen. Immer mehr zerfiel es. Am Ende machte sich noch einmal ein Verfolgerduo auf den Weg nach vorne. Der Ausreißer der frühen Stunde Erik Süß und Florian Fahr (Köpenicker SV Ajax) schlossen zu Walsleben auf, doch ganz nach vorne ging nichts mehr. So fuhr Pohl einem ungefährdeten Sieg entgegen und die nachfolgenden drei Fahrer kämpften um die Plätze, wobei Walsleben (RC Kleinmachnow) mit einem starken Spurt den Begleitern keine Chance ließ und Fahr auf dem 3. Platz einfuhr. Nun schon zum dritten mal hintereinander musste sich der junge Motor-Eberswalde-Sportler Süß mit einem 4. Rang begnügen. Beim nächsten Rennen in Falkenberg möchte er nun endlich mal ganz oben stehen, wir drücken die Daumen.

Gratulation noch einmal an die Sieger Wegner und Pohl zum "Titel" und denkt daran den Wanderpokal das Jahr über ordentlich zu pflegen und zu hegen und ihn im nächsten Jahr zum Bergpokal wieder nach Eberswalde zu bringen.

Dein Kommentar:

* Bitte unbedingt ausfüllen - danke!